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Kurzbericht: Wir sahen während der beiden Tage sehr viele tolle und teilweise spektakuläre Läufe. Im mitreissenden Finale am Sonntagabend zeigten uns bei bester Stimmung im Publikum die Teams aller Größenklassen, was sie können. Lisa Germann mit Trixi in Medium sowie Jürgen Ketschker mit Asim in Large kamen im Finale jeweils auf den 3. Platz. Die Organisation, die ich in der Schweiz bisher für besonders vorbildlich hielt, hat aber nicht annähernd das gehalten, was für ein solches Turnier angemessen gewesen wäre. Das Umfeld in der Reitanlage war, so wie wir es vorgefunden hatten, nicht geeignet, eine solche große Veranstaltung, wie die EO durchzuführen.
Und jetzt der ausführliche Bericht: Die EO in Dielsdorf war für uns einer der sportlichen Höhepunkte der Saison. Nirgendwo anders konnte man sich sonst mit so vielen, vor allem auch internationalen Teams messen. Nachdem wir schon im April 2005 auf einem Turnier in Dielsdorf waren (Bericht hier), kannten wir die Reitanlage und die Umgebung schon. Auf welchen der vielen Pferdekoppeln und in welcher Reithalle die EO stattfinden sollte, konnten wir damals nicht ausfindig machen.
Donnerstag: Wir fuhren am Donnerstagnachmittag Richtung Schweiz, wollten noch in Deutschland übernachten und dann am Freitagmorgen die restlichen 25 km nach Dielsdorf weiterfahren und um 8 Uhr, wie vom Organisator vorgesehen, am Platz eintreffen. Über Handy erfuhren wir dann, dass man schon auf den Parkplatz der Pferderennbahn könne - also fuhren wir gleich weiter. Zu dieser Zeit war vor Ort noch nichts ausgeschildert. Wie wir dann erfuhren, suchten am Freitag so manche mehrmals am Kreisverkehr beim Supermarkt die richtige Ausfahrt, da es auch dann noch keine Beschilderung gab. Wir und die anderen Anwesenden waren natürlich einen Tag zu früh auf dem Platz, so kam alsbald der Organisator und wollte uns wieder wegschicken. Einige hatten schon die Erlaubnis bei den Pferdefreunden eingeholt, der Organisator ließ sich dann nach langem hin und her dazu überreden, doch selbst mal dort nebenan nachzufragen. Das Ergebnis: Wir durften schon heute dort parken.
Freitag: Heute trudelten dann so langsam weitere Teilnehmer ein, eine kleine Mülltonne und zwei Chemie-Toiletten wurden aufgestellt, die am frühen Abend schon überfüllt waren und nach mehreren Versuchen gab es dann manchmal auch Strom. Erst als das Stromaggregat dann zu arbeiten begann, war die Stromversorgung einigermaßen gesichert. Leid taten mir die, die in der Nähe des Aggregats ihre Zelte aufgebaut hatten. Das olivfarben Geräte wurde wohl vom Militär ausgemustert, der Dieselmotor konnte locker mit der Lautstärke eines Panzers mithalten. Weit nach Mitternacht trat dann Ruhe ein, als der Dieselvorrat ausging, und dann eben auch der Strom weg war. Am Freitagnachmittag wurde dann so langsam das Rätsel gelöst, wo die einzelnen Parcours aufgestellt werden sollten. Um 17 Uhr begann dann die Anmeldungszermonie. Eine Person nahm die Anmeldungen entgegen und kassierte die Startgebühr, die 2. gab die Startnummern aus und die 3. Person war für die Ausgabe der T-Shirts zuständig. Leider wurden keine Starterlisten an die Teilnehmer ausgegeben, sondern nur als Aushang bekanntgegeben, so war es praktisch ummöglich, beim Zuschauen festzustellen, wer gerade läuft und aus welchem Land das Team kommt. Ansagen gab es keine, nur die Laufzeit konnte auf der digitalen Anzeige abgelesen werden. Wir hatten als einige der wenigen eine Starterliste von Zuhause dabei, da sich jemand auf seiner Schweizer Homepage die Mühe gemacht hat, die offizielle alphabetische Teilnehmerliste nach Startnummern zu sortieren und im Internet zu veröffentlichen. Bei uns ging es an der Anmeldung relativ schnell und wir mussten “nur” 90 Minuten warten, andere standen noch eine Stunde länger an. So verzögerte sich der Beginn der Eröffnungsfeier (war es eigentlich nicht, denn es gab keinerlei festlichen Rahmen wie z.B. Musik) in der großen Reithalle. Die Eröffnungsworte konnte man fast nicht verstehen, die Lautsprecheranlage war für die Halle völlig ungeeignet.
Samstag: Am Samstagmorgen wurden die Parcours aufgebaut und pünktlich um 8 Uhr begannen dann die Briefings. Zuvor hieß es noch, Hunde dürften nicht in die Halle und Zelte und Pavillons dürften auf dem Aussengelände nicht aufgestellt werden. Nachdem das aber für uns Starter nicht praktikabel war und viele der ausländischen Starter es sprachlich schon gar nicht verstanden haben, musste der Organisator dann doch über die Verstöße gegen sein Verbot hinwegsehen. Die im Ablaufplan festgelegten Zeiten waren wohl nur ein Anhaltspunkt, teilweise wurde, für die Schweiz unüblich, aber schon früher als vorgesehen weitergemacht. So kam manchmal schon etwas Hektik auf, als einige Starter nicht rechtzeitig zum Beginn des Briefings anwesend waren. Die aufmerksamen und freundlichen Starteinweiser sorgten für einen zügigen Ablauf. Der Organisator sah ein, dass die beiden Chemie-Toiletten auf dem Campinggelände nicht ausreichten, so wurde eine der beiden Toiletten an der Reithalle auf den Campingplatz versetzt. Nach unseren Läufen am Vormittag hatten wir noch genügend Zeit, uns die Large-Läufe anzusehen oder einen Bummel durch den angrenzenden Supermarkt zu machen.
Sonntag: Die Chemie-Toiletten waren schon wieder überfüllt, aber in der Reithalle waren einige “normale” WC´s. Aber jetzt hatte uns die Organisator in der Hand. Die Halle und somit die Toiletten wurden morgens erst um 7.45 Uhr nach Ankunft der Richter geöffnet, da man sonst Zugang zum Parcours gehabt hätte und vielleicht hätte etwas umstellen können. Denn die Läufe der large-Starter wurden am Samstag begonnen und am Sonntag auf den gleichen Parcours fortgeführt. Wohl ein Witz, denn auf der Straßenseite hatte die Halle große offene Fensteröffnungen. Da konnte jeder nachts problemlos in die Halle und an die Parcours. Kaffee und Frühstück wurde schon ab 7 Uhr fleissig an die anwesenden Teilnehmer ausgeteilt und statt um 8 Uhr zum Briefing zu gehen, standen die Starter dann an den WC`s an. Am Sonntag waren dann die Einzelläufe für small und medium im Freien an der Reihe, sowie die restlichen Läufe der large-Teams in der Halle. Auch hier wieder zügiger Ablauf und sehr gute Starteinweiser. Danach begann nach längerer Wartezeit das Finale small in der Reithalle. Ein wirklich sehr packendes und sehenswertes Finale, in dem sich dann das russisches Team Elena Filatova mit Pudel Porshe durchsetzte. Weiter ging es dann mit dem Finale der medium-Teams. Ebenso spannend und mitreißend wie zuvor. Das französische Team Patrick Servais mit Sheltie Thor zeigte einen sehr sportlich geführten Lauf und gewann unter tosendem Beifall in 36,76 sec. Auf den 3. Rang kam Lisa Germann mit Trixi in 38,10 sec. Zum Abschluss dann noch das large-Finale, in dem sich ein österreichisches Team durchsetzen konnte. Die Ergebnislisten liegen leider noch nicht vor. Die Teilnehmer mit tollen Leistungen und die Zuschauer mit riesiger Begeisterung machten die Finalläufe zu einem unvergesslichen Erlebnis. Überhaupt nicht dazu passten die kaum verständlichen Lautsprecheransagen und Kommentierungen des Organisators. Zum Abschluss dann noch die für mich einmalige Siegerehrung in der Reithalle. Anwesend waren schon mal viel weniger Leute als bei der Eröffnung. Die Lautsprecheransagen konnte man fast nicht verstehen, auch weil der Sprecher die Namen der Sieger auf seiner Liste überhaupt nicht ablesen oder aussprechen konnte. Wer aufgerufen wurde, konnte nicht erkennen, dass er gemeint war und viele der Platzierten vom Samstag waren überhaupt nicht mehr da. So ging man plötzlich zur Ehrung der Richter über, denn die waren wenigstens alle da. Bei den Siegern vom Sonntag waren die meisten dann doch anwesend, im Gegensatz zu den Team-Gewinnern wurde bei den Einzeln-Siegern wenigsten die jeweilige Nationalhymne gespielt.
Aus sportlicher Sicht war das Wochenende ein Höhepunkt des Agilityjahres. Die Smart99-Geräte waren alle einwandfrei und für die Hunde sehr angenehm. Die Reitanlage war meines Erachtens für eine solche Großveranstaltung nicht geeignet. Es fehlte an sanitären Einrichtungen, wie WC und Duschen. Die Unterbringung der Camper war unzureichend, der schmale Weg vom Stellplatz zum Parcoursgelände war nur aufgrund der trockenen Witterung begehbar, am Montag nach dem nächtlichen Regen stand das Wasser knöcheltief. Die EO unter einem gewinnorientiertem Gesichtspunkt durchzuführen, ließ sich so nicht verwirklichen. Jeder zusätzliche Helfer kostete Geld und vermindert den Gewinn. So wurde an den falschen Stellen eingespart, die im Vorfeld per Internet zugänglichen Informationen waren zu wenig, was sich dann vor Ort bemerkbar machte. Von den vielen auf der EO-Homepage genannten Sponsoren bemerkten wir eigentlich nicht viel. Zur Siegerehrung gab es neben schmalen hohen Pokalen einige Smart99-Hürdensets, Hundefuttersäcke, Decken und Plastikdosen.
A Open und Jumping Medium mit Carlos: Samstag 23.07.2005: Mannschaftslauf In unserer Mannschaft gab es am Donnerstag noch kurzfristig einen Ausfall von Alice Werner. Die dafür eingesprungene Starterin Susanne Back mit Glorya, die nur im Einzelwettbewerb gemeldet hatte, konnte trotzdem noch im Team starten, die Meldestelle zeigte sich hier sehr flexibel. Wir starteten als erstes Team unserer Mannschaft im Jumping und gleich gab es ein Dis. Ich konnte mir den Parcoursverlauf nicht richtig merken, so war die erste Unsicherheit gleich am Tunnel Nr. 6. Später nach dem Slalom lief ich zu weit raus, so dass Carlos in den den Tunnel 17 ging. Forest lief ohne Fehler und Glorya hatte auch ein Dis. Somit waren wir schon aus dem Rennen. Im A-Lauf bin ich an der Kombination 14 A nicht weit genug zur Hürde 14 B vorgekommen und Carlos verschwand dann im Tunnel Nr. 3 anstatt im Tunnel 15. Forest und Glorya gingen auch dis. Nur Vloh hatte in small beide Läufe fehlerlos.
Sonntag, 24.07.2005: Einzelwettbewerb Heute konnte es nur noch besser werden. Wir waren draußen und nicht mehr in der Reithalle. Der Jumping fand auf dem guten und relativ harten Boden mit Faser/Sandgemisch statt. Der Parcoursverlauf war deutlich zu einfach, somit gab es sehr viele fehlerfrei Läufe. Carlos blieb am Start nicht sitzen und deshalb war die Anfangssequenz bis zum Tunnel nicht optimal. Trotzdem kamen wir noch auf den 15. Rang, mit genau 2 sec. Rückstand zum mit Abstand schnellsten Team Silvia Trkman mit mit ihrem Weltmeisterhund Simply the Best. Der A-Lauf war genau das Gegenteil vom Jumping, sehr viele Verleitungen und ein Slalomeingang, den die wenigsten Teams schafften. Auch wir hatten hier eine Verweigerung und dann noch ganz unnötig am Tunnel Nr. 16 als ich mich zu früh wegdrehte und Carlos vom Tunneleingang zurückging. Das kostete mich eventuell die Teilnahme am Finale. Eine Ergebnisliste für diesen Lauf wurde nie ausgehängt. Schade, dass wir bei den vielen anwesenden Richtern nur bei D. Dreyer und R. Sturzenegger laufen konnten.
PARCOURS am 23.07.2005: A Open Team s/m, Jump Team s/m PARCOURS am 24.07.2005: A Open Indiv. medium, Jump Indiv small/medium PARCOURS FINALE: A Open Finale Small, A Open Finale Medium Ergebnisse hier Weiterer Bericht bei agility-granting-pleasure
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